Aktualisiert:
24.
November 2014

Willkommen
Vereinsgeschichte
Verein stellt sich vor
Vorstand
OGV Info`s, Tipps
Pressemitteilungen
Vereinsgarten
Veranstaltungen
Singgruppe
Theatergruppe
Monat_Aktuell
Links
Impressum

 

Willkommen
auf unserer Homepage

Am 24.03.2009 eröffnete der Kreisvorsitzende des Verbandes für Gartenbau und Landschaftspflege Neunkirchen, Herrn Edgar Kuhn, um 19.00 Uhr die Veranstaltung. Der komplette Kurs besteht aus 6 Abenden und einer ganztägigen Abschlussfahrt. Den ersten Vortragsabend referierte die Gartenbauingenieurin Maren Brennig von der Landwirtschaftskammer für das Saarland, Dillinger Str. 67, 66822 Lebach. Sie ist auch gerne bereit unter der Tel.Nr. 06881/928-0 bei Gartenfragen u.a bei Krankheiten an Pflanzen beratend zu helfen.

In einem sehr kurzweiligen, informationsreichen Vortrag erläuterte sie die Bedeutung eines guten, gesunden Gartenbodens, dessen Düngung sowie die Kompostierung. Dabei ist es wichtig, dass der Boden genügend Feuchtigkeit und Luft speichern kann. Ein guter Boden soll Krümel von ca. 0,5 bis 2 cm bilden und aus
25% Bodenluft für die Atmung der Pflanzenwurzeln und Bodenlebewesen,
25 % Bodenwasser, da die Nährstoffe immer in gelöster Form von der Pflanze aufgenommen werden,
43% mineralischen Stoffen und 7% Humus bestehen.
Zusammensetzung des Bodens:  Sand  - zur Lockerung und Durchlüftung
                         Ton   - stabilisiert den Boden und ist wichtig für den Nährstoffaustausch
                          Schluff - mittlere Korngröße zwischen Sand und Ton.
Ein einfacher Test der Krümelstruktur kann man durchführen indem man Bodenkrümel in eine Schale gibt und mit Wasser versetzt. Der Krümelzerfall soll dann langsam über mehrere Minuten erfolgen.
Häufige Bodenschäden sind unter anderem Verdichtungen des Bodens. Das Wasser kann nicht mehr versickern, die Bodenluft reicht nicht mehr aus, es sind kaum noch Lebewesen vorhanden, schlechtes Wurzelwachstum.
Abhilfe: Boden tiefgründig lockern, bis zur Tiefe von 60cm Sand und organische Substanz einarbeiten.
Dabei sollten jeweils Schichten von ca. 30 cm getrennt behandelt werden.
Organische Substanzen oder Gründung sollten nicht tiefer als 30 cm eingearbeitet werden (z.B Mist).
Es kann sonst zur Fäulnis kommen, die dem Pflanzenwachstum schadet.
Bei der Düngung des Bodens sollte darauf geachtet werden, dass der Boden nicht zu kalkhaltig ist. Ideal für das Pflanzenwachstum im Garten ist ein PH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Zu starke Kalkdüngung (P) belebt zunächst den Boden, dieser verarmt dann nach und nach. Man sagt “Kalk macht reiche Väter aber arme Söhne!
Der wichtigste Nährstoff ist Stickstoff (N), die Pflanzen brauchen ihn für ein gesundes Wachstum.
Bei Mangel erfolgt Wachstumshemmung, Notblüte und blasse, gelbe Blätter. Überschuss führt zu mastigen, wuchernden Pflanzen mit erhöhtem Krankheitsdruck. Schädlinge lieben weiches Blattgewebe und dies lockt Blattläuse an. Als zeitwichtigstes Element gilt Phosphor (P). Dabei muss der PH-Wert leicht sauer sein sonst kann die Pflanze Phosphor nicht verarbeiten. Er ist besonders wichtig für Wurzelwachstum, Blüten- und Fruchtentwicklung und Verbesserung der Krümelstruktur. Er wird nur in geringen Mengen benötigt.
Folgen bei Mangel: starre Blätter “Starretracht”, rötliche Blattunterseiten(z.B. bei Kohl), Kümmerwuchs.
Überschuss kommt nur selten vor, es kann zu Eisenmangel kommen.
Als drittwichtigster Dünger gilt Kalium (K). Er reguliert den Wasserhaushalt der Pflanze und ist wichtig für die Bildung von Geschmacksstoffen. Bei zu hoher Konzentration zerstört er das Bodengefüge.
Symptome bei Mangel:
- Pflanze hat geringere Frostresistenz, -Wassermangel “Welketracht”, - Pflanze beginnt vom Blattrand her abzusterben - Symptome zuerst an älteren Blättern.
Bei Überschuss: -Wurzelverbrennungen, schlechte Pflanzenqualität und häufig Calcium und Magnesiummangel. Das Magnesium (Mg) transportiert Phosphat in der Pflanze, wichtig für Blattgrünbildung.
Bei Magnesiummangel zeigen sich Vergilbungen an älteren Blättern zwischen den Blattadern.
Bei Überschuss sind keine Schadbilder bekannt.
Calcium (Ca) hält die Zellwände der Pflanze zusammen und fördert das Bodenleben. Bei Mangel zeigen sich Flecken auf den Früchten (z.B. Stippigkeit beim Apfel) und schwache Bewurzelung.
Bei Überschuss = Mangel an Magnesium und Kalium, denn beides werden vom Kalk verdrängt.
Schwefel(S) ist ein wichtiger Baustein in Eiweißverbindungen und fördert das Bodenleben.
Bei Mangel = kleine Blätter, stumpfes Grün und helle Blattadern. Bei Überschuss keine Symptome bekannt.

Eine Kalkung des Bodens sollte höchstens alle 2-3 Jahre, besser alle 3 Jahre erfolgen und nicht erfolgen wenn der
PH-Wert stimmt. Erhaltungskalkung mit 125 - 200 gr/m² kohlensaurer Kalk.
Mit Kalium wird der Garten versorgt durch Verwendung von Kompost, Ausbringung von Holzasche (diese sollte jedoch wegen den möglich darin enthaltenen Schwermetallen nicht im Gemüsegarten Verwendung finden). und durch Hühnermist (zu beachten der sehr hohe Phosphatgehalt).
Empfohlen wird für den Gemüsegarten die Ausbringung von Schaf-, Hase-, und Pferdemist.

Zur genauen Bestimmung der erforderlichen Düngung sollte man vorher eine Bodenanalyse durchführen lassen.
Labors die Bodenanalysen durchführen: LUFA Speyer, Obere Langgasse 40, 67346 Speyer, Tel.: 06236-136-0
                               www.lufa-speyer.de
                               Bolap, Obere Langgasse 40, 67346 Speyer, Tel.: 06236-60570
                               www.bolap.de
                Kosten zwischen 20 und 30€, bitte vorher anfragen!

Dass der Boden lebt wurde deutlich an den zahlreichen Lebewesen die in einem gesunden Gartenboden vorkommen.
Auf die besondere Bedeutung des Regenwurmes wurde hingewiesen.
Dass aus einem zerteilten Regenwurm keine zwei neuen Regenwürmer entstehen war für viele Tln eine neue Erkenntnis
Es kann bestenfalls aus dem vorderen Teil des Wurmes, wenn noch die Verdickung in der Mitte des Wurmes vorhanden ist, sich ein neuer Wurm regenerieren.

Der Kompost dient im Garten als natürlicher Bodenverbesserer und hochwertiger Dünger. Er sollte daher auch wie Dünger ausgebracht werden. 1-2 kg reifer Kompost /m² werden oberflächlich leicht eingearbeitet.
Zu tiefes Einarbeiten (mit dem Grubber) kann zu Fäulnis führen.
Bei Neuanlagen von Gärten hat man häufig nährstoffarme Böden. Man kann dann einmalig 50 ltr / m² oder eine Schicht von 5 cm aufbringen. Der Kompost ist gut mit der oberen Schicht zu vermischen.
Bei der Saatbeetvorbereitung sollte reifer Kompost stets mit Boden 1:1 gemischt werden. Keinesfalls reine Komposterde verwenden. Der ideale Ausbringungszeitraum für Kompost ist der Winter oder das zeitige Frühjahr (Anfang März) Anwendungen im Spätsommer oder Herbst kann zu hohen Auswaschungen führen.
Im Spätsommer nur zusammen mit Gründüngung ratsam, die im Winter den Boden bedeckt, z.B.: Klee,Luzerne.
Der ideale Standort eines Komposters liegt im Schatten bis Halbschatten. Er soll windgeschützt und gut erreichbar sein. Der Komposthaufen unterliegt keinen rechtlichen Beschränkungen:
    - kein Mindesabstand zur Grenze - jedoch 2 Meter ratsam.
Geruchs- und Ungezieferbelästigungen müssen im Einzelfall geprüft werden..

Bei Verwendung von Kompost auf Blaukorn verzichten oder reduziert verwenden!!
 

2. Kursabend

Das Thema des am zweiten Kurstag handelte von Aussaat und Pflege von Gemüse im Frühjahr.
Herrn Elmar Thewes von der Landwirtschaftskammer erläuterte die Wichtigkeit der
 5 Wachstumsfaktoren von Pflanzen
- Licht, - Wärme, - Wasser, - Nährstoffe und - Luft
Gemüse ist besonders lichthungrig, je mehr Licht, je mehr Ertrag, deshalb Scheiben von Gewächshäuser sowohl innen als auch aussen reinigen. Kein Anbau von Gemüse in Nordlagen oder unter Bäumen. Nur helle Mulchfolie verwenden.
Neben der Photosynthese gibt es bei Pflanzen auch den Photoperiodismus (qualitative Reaktion).
Er beschreibt die Reaktion des Pflanzenwachstums auf die unterschiedlichen Tageslängen.
So gibt es Kurztagspflanzen und Langtagspflanzen. Die Kurztagspflanzen wachsen uns blühen wenn die Nacht über einen bestimmten Zeitraum länger ist als der Tag, ansonsten bilden sie nur Blätter und Kummerwuchs. Eine der bekanntesten Kurztagspflanzen ist der Weihnachtsstern.
Langtagspflanzen, wie Pflücksalat, Kopfsalat Erbse Petunie, Fuchsie und viele anderen wachsen und blühen wenn der Tag über einen bestimmten Zeitraum länger ist als die Nacht.
Beim Saatgut sind deshalb die richtige Sortenwahl sowie die angegebenen Aussaat- und Pflanztermine zu beachten.
Angebrochene Saatpackungen sollen kühl und dunkel gelagert werden.
Den Wachstumsfaktor Luft (78% Stickstoff, 21 % Sauerstoff) braucht die Pflanze in großer Menge. 
Feuchter Boden sollte nur mit Brettern betreten werden, damit der Boden nicht zu stark verdichtet wird.
Gemüse braucht viel Wasser. Regelmässiges giessen erhöht den Ertrag. Dabei sollte pro Bewässerungsvorgang auf Sandböden ca 15Ltr/m² und auf schweren Lehmböden ca. 30 Ltr/m² Wasser verbraucht werden. Es ist vorteilhaft öfters mit geringeren Mengen zu bewässern. Der Wasserverbrauch steigt mit zunehmender Grünmasse.
Der Wachstumsfaktor Wärme hat auf alle Vorgänge starken Einfluss. Bei Anzucht von Pflanzen im zu niedrigen Temperaturbereich schossen die Pflanzen. Sie bilden vorzeitig Blüten während der Anzucht im Frühjahr.
Bei Anzucht unter Folientunnel oder im Gewächshaus ist auf eine gute Belüftung zu achten.
Sehr viel Wärme benötigt auch sehr viel Licht!!!

Der Wachstum der Pflanzen richtet sich nach dem im Minimum vorhandene Wachstumsfaktor.